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Pedro Laurenz

Pedro Laurenz (1902-1972),

 

Auf die Frage, wann das goldene Zeitalter des Tangos begonnen habe, antworten manche Leute mit einem Wort: „Arrabal“. So heißt ein von dem Pianisten José Pascual komponierter Tango, den der Bandoneonist und Bandleader Pedro Laurenz mit seinem Orchester 1937 bei der Plattenfirma Víctor eingespielt hat. Dieses Stück markiert die Wandlung des Instrumentaltangos zu dem Stil, der für die vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts prägend war. Pedro Laurenz ist damit ein Wegbereiter für die neue Qualität des Tangos der großen Orchester. Bis heute wird man auf Milongas, auf denen traditioneller Tango gespielt wird, Arrabal ganz bestimmt hören und tanzen können.

 

Wer aber war Pedro Laurenz, wieso konnte er dem Tango solche Impulse geben, die bis heute  wirken? Seine Biografie hat Julio Nudler auf todotango (http://www.todotango.com/creadores/biografia/43/Pedro-Laurenz/) zusammengefasst. Geboren in Buenos Aires, kam er als Kind mit seinen Eltern nach Montevideo, wo er zunächst Geigenunterricht nahm, sich aber bald mit dem Bandoneon zu beschäftigen begann. Seine musikalische  Anfänge waren begleitet von den Meistern der Guardia vieja, zum Beispiel hat er zusammen mit dem Komponisten von  „A media luz“, Edgardo Donato, in dem heute vergessenen Orchester von Luis Casanovas gespielt. Zurückgekehrt nach Buenos Aires, spielte er zunächst bei Roberto Goyheneche und ging 1925 als Bandoneonist in das Orchester, das als Initiator der neuen Garde des Tangos gilt, in das Sextett von Julio de Caro. Dort spielte er zunächst gemeinsam mit dem großen Pedro Maffia Bandoneon, dann mit Armando Blasco. Es gibt Aufnahmen aus dieser Zeit, zum Beispiel von „Amurado“, einem Tango, den er  gemeinsam mit Maffia komponiert hatte und der auch heute sehr oft gespielt wird. Laurenz gründete 1934 gemeinsam mit Armado Blasco sein eigenes Orchester, in dem anfangs auch der heute verehrte Osvaldo Pugliese am Klavier mitwirkte.

 

Hier entwickelte er seinen Stil, das Bandoneon zu spielen, der als “Cadenero“ bezeichnet wird, benannt nach dem Führungspferd, das in den großen Gespannen, die früher in der argentinischen Pampa unterwegs waren, den anderen Zugtieren den Schritt vorgab. Laurenz knüpfte mit seinem Spiel an die Wurzeln der Tangomusik an, aber seine Rhythmik erreichte eine neue Qualität, er spielte energisch mit großartiger Technik, beherrschte eine brilliante Phrasierung. Das hört man zum Beispiel sehr gut in dem 1940 von Laurenz‘ Orchester mit dem Sänger Juan Carlos Casas aufgenommenen Tango „De puro guapo“ (https://youtu.be/wmi9ofB6Q1Q), vor allem im Vergleich mit der Aufnahme des gleichen Stücks von Francisco Canaro fünf Jahre früher (https://youtu.be/K5kkCWlOh20).

 

Der bekannteste Sänger des Laurenz-Orchesters war Alberto Podestá, Aufnahmen wie wie z. B. „Alma de bohemia“ (https://youtu.be/DdWH20LZz1Q) oder der Vals „Paisaje“ (https://youtu.be/tVcV3qjU5nQ) mit Podestá sind bis heute aktuell. Podestá  erinnerte sich in einem Interview an seine Zeit bei Laurenz als sehr angenehm und wichtig für seine Karierre und beschrieb die Weltläufigkeit und Eleganz, die dieses Orchester ausstrahlte. Aber er sang dort nur wenige Jahre. Die anderen Sänger des Orchesters waren ebenfalls hochklassig, sind aber heute weniger bekannt.

 

Laurenz unterhielt sein Orchester bis 1953, bis zu dem Jahr, in dem auch die einst bahnbrechende Formation von Julio de Caro aufhörte, zu existieren.

 

Im Jahr 1960 trat er dem Quinteto Real von Horacio Salgán bei und blieb dort zehn Jahre. So konnte man den Sound von Laurenz´ Bandoneon, ursprünglich und zugleich modern, auch nach der Zeit der großen Orchester weiterhin hören.