
Der Name des Salóns der Academia und der Club ist eine Hommage an den, für seine
getragene Eleganz wie auch seine überraschende Virtuosität, gerühmten Tanzstil der Villa
Urquiza. In diesem Stadtteil, im Norden Buenos Aires‘, entwickelte sich Mitte der vierziger Jahre der Estilo Urquiza. Der bedeutendste Repräsentant des neuen Stils, Luis „Milonguita“ Lemos, stammt aus der Gegend „La Siberia de Villa Urquiza“, in der heute mit dem „Club Sin Rumbo“ die sogenannte „Catedral del Tango“ steht.
In den folgenden Jahrzehnten wurde der Estilo Urquiza maßgeblich von mehreren Tänzern geprägt: José Brahemcha („El Turco“ José) hat dem choreographischen Repertoire des Estilo Urquiza neuen Bewegungsraum eröffnet. Miguel Manzini hat den Charakter des Gancho im Estilo Urquiza definiert, indem er den Gancho mit der Bewegung der Partnerin und dem musikalischen Höhepunkt des Tangos synchronisierte. Juan Luna war das Vorbild für die ohne Traspie getanzte Milonga in der Villa Urquiza. Osvaldo Mozzi („El Nene Fó“) hat sich puristisch auf das Hören und Gehen des Tangos besonnen.
Im Urquiza wird kein abstrakt-synthetischer „argentinischer Tango“ vermittelt, sondern der Versuch unternommen, die Tradition und Geschichte des Estilo Urquiza ebenso wach zu halten wie weiterzuentwickeln.